Mieten und Wohnen

Die eigene Wohnung ist der Ort, an dem wir uns zurückziehen: nach der Arbeit, zum Lachen, zum Weinen, um unser Leben zu planen, zu leben oder uns davon auszuruhen. Eine Wohnung in Mitte zu halten ist schwer geworden, eine zu finden nahezu unmöglich. Das sichtbare Angebot ist selbst für „Gutverdienende“ nicht erreichbar. Durchschnittsverdienende haben nahezu keine Chance etwas Bezahlbares zu finden. Wer nicht umziehen muss, bewegt sich nicht, auch wenn die Wohnungsgröße z. Bsp. gar nicht mehr benötigt wird. Wer aber gezwungen wird, muss in vielen Fällen den geliebten Stadtteil und damit das gesamte ortsnahe soziale Alltagsleben zurücklassen.

Im April habe auch ich die Eigenbedarfskündigung erhalten. Ich werde meinen Rückzugsort, das Haus, die geliebte Straße, Nachbarn, Freunde, meine Gemeinde vielleicht den Stadtteil eventuell verlassen müssen. 

Ich bin eine von sehr vielen, die ihren Stadtteil mitgestalten und dem Kiez ein Gesicht geben. Die vielfältige Bewohnerstruktur in Mitte ist sehr kostbar. Wir brauchen insgesamt mehr bezahlbaren Wohnraum, damit Berlin keine Geisterstadt von leerstehenden Investorenwohnungen und Ferienwohnungen wird. Wohnen ist für mich ein Grundrecht. Um dies zu garantieren wollen wir Mieter besser schützen, Wohnungen ankaufen aber vor allem viel mehr Bauen. 

Deshalb hat Franziska Giffey das Thema Wohnungsneubau zur Chefinnensache erklärt: In den kommenden 10 Jahren sollen 200 000 neue Wohnungen gebaut werden. Direkt nach der Wahl wird ein runder Tisch Wohnungsneubau eingerichtet, um mit allen Verantwortlichen zu klären, wie dieses Ziel erreicht werden kann – denn wir wollen es erreichen!